Pressestatement - Pflegeberufekammer SH solidarisiert sich mit Pflegenden am UKSH

Anlässlich der Großdemonstration am UKSH am 20. Februar 2020 erklärt Patricia Drube, Präsidentin der Pflegeberufekammer SH:

„Die Pflegenden am UKSH erleben einen chronischen Personalmangel und eine Arbeit in ständiger Unterbesetzung. Mit der Großdemonstration in Kiel und der geplanten Urabstimmung über einen unbefristeten Streik ziehen sie die Notbremse. Sie kämpfen nicht für sich, sondern für eine bessere Patientenversorgung. Das erfordert deutlich mehr Personal und eine spürbare Entlastung der Pflegenden. Nur so kann der gegenwärtigen Abwärtsspirale aus chronischer Unterbesetzung, Mehrarbeit der Pflegenden, hoher Krankenstand entgegengewirkt werden. Wir als Pflegeberufekammer stehen voll hinter den Pflegenden am UKSH und zeigen uns mit ihnen solidarisch. Die Arbeitsbedingungen der Pflegenden sind nicht nur in Kiel und Lübeck ein Thema, sondern bundesweit. Wir haben einen absoluten Pflegemangel. Wenn die Personalausstattung pro Schicht nicht ausreicht, können Menschen mit Pflegebedarf nicht mehr damit rechnen, dass sie die pflegerische Versorgung erhalten, die sie benötigen. Diese Situation ist die Konsequenz einer seit Jahren verfehlten Krankenhauspolitik, bei der die Fallzahlen pro Pflegefachperson immer weiter angestiegen sind. Wenn Politik und Kliniken jetzt nicht gegensteuern, laufen sie Gefahr, noch mehr Pflegepersonal zu verlieren. Das können wir uns im Sinne einer sicheren Patientenversorgung nicht leisten.“

Fachlicher Hintergrund Die Kammerversammlung hat einen Grundsatzbeschluss zu den Bedingungen für eine beanspruchungsgerechte Personalausstattung in der Pflege verabschiedet. Wir erwarten eine • tagesbezogene Erhebung des Pflegebedarfes • bedarfsgerechte Personalausstattung • auf wechselnde Pflegebedingungen vorbereitete Schichtbesetzungen • gesunde Arbeitsbedingungen • pflegerische und interprofessionelle Konzepte zur Leistungserbringung • wissenschaftliche Erhebung der Pflegeergebnisse bezogen auf Anzahl und Qualifikation des Pflegepersonals • Personalbindung und Bewerbungsstimulation Quelle und weiterführende Informationen: www.pflegeberufekammer-sh.de/fileadmin/layout/Blog-Bilder/2018_11_15_Beschluss_ICNPapier.pdf


Ansprechpartnerin:
Patricia Drube – Präsidentin Pflegeberufekammer Schleswig-Holstein Fabrikstr. 21 24534 Neumünster Mobil: +49-151-4 222 84 83


Hintergrund zur Pflegeberufekammer Schleswig-Holstein:

Mit der Pflegeberufekammer haben Pflegefachpersonen in Schleswig-Holstein seit dem 21. April 2018 eine kraftvolle Standesvertretung. Die Pflegeberufekammer ist den etablierten Heilberufekammern (z.B. Ärztekammer, Apothekerkammer) als Körperschaft öffentlichen Rechts gleichgestellt. Sie vertritt mit 26.000 Mitgliedern die größte Berufsgruppe unter den Heilberufen. Alle Pflegefachpersonen mit einem Abschluss in der Altenpflege, Gesundheits- und Kranken- sowie Gesundheits- und Kinderkrankenpflege, die in Schleswig-Holstein arbeiten, sind Mitglieder der Kammer. Die Pflegeberufekammer nimmt mit ihren gewählten ehrenamtlichen Vertreter*innen die beruflichen Belange der Mitglieder wahr. So können die Pflegefachpersonen erstmals selbst über die Zukunft und Weiterentwicklung des Berufsstandes in Schleswig-Holstein mitbestimm

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