Pressemitteilung zur aktuellen Diskussion um die Pflegeberufekammer

Für Frank Vilsmeier, Vizepräsident der Pflegeberufekammer, ist klar: "Pflege kann wichtigen politischen Einfluss nehmen"

Die Pflegeberufekammer ist eine wichtige Interessenvertretung für Pflegende, um eine sachgerechte und professionelle Pflege in Schleswig-Holstein sicherzustellen. „Mit ihr kann die Pflege erstmals auf politischer Ebene aktiv mitgestalten“, bekräftigt Frank Vilsmeier, Vizepräsident der Pflegeberufekammer Schleswig-Holstein. Damit könnten in Zukunft keine politischen Entscheidungen, die die Berufsausübung der Pflege betreffen, mehr ohne die Berufsgruppe selbst getroffen werden – wie es viele Jahrzehnte der Fall war. „Dadurch können wir wesentlichen Einfluss auf die Qualität der pflegerischen Versorgung nehmen und die Bedingungen in der Pflege langfristig verbessern“, sagt Vilsmeier.


Erstmals Pflegeberufe-Statistik möglich
Ein wichtiger Nutzen der Pflegeberufekammer sei, dass die Berufsgruppe erstmals selbst festlegen könne, wie und mit welchen Kompetenzen gepflegt werden soll. „Dazu werden wir eine Berufsordnung und eine Weiterbildungsordnung erstellen, in denen die berufsrechtlichen und ethischen Grundlagen der beruflichen Pflege sowie die Weiterbildung geregelt werden – so wie das in anderen Berufen auch üblich ist“, erläutert Vilsmeier. Dadurch, dass alle Pflegenden in der Pflegeberufekammer erfasst werden, gebe es für Schleswig-Holstein zudem erstmals wichtige statistische Daten: Wie viele Pflegefachpersonen sind in der Pflege tätig – mit welcher Qualifikation, in welchem Alter, in welcher Region? Diese Pflegeberufe-Statistik sei wichtig, um die Beschäftigungssituation in der Pflege landesweit abzubilden.


Zur aktuellen Kritik, dass die Pflegeberufekammer bislang noch nicht viel geändert habe, sagt Vilsmeier: „Die Pflegeberufekammer hat ihre Arbeit erst vor eineinhalb Jahren aufgenommen, und die Agenda der Aufgaben ist lang.“ Dazu gehöre auch eine öffentliche Verwaltung mit gut organisierten Prozessen aufzubauen. Nur so könne die Kammer langfristig im Interesse der Pflegenden agieren. Zudem gebe es viele Themen, bei denen die Pflegeberufekammer bereits politisch aktiv sei, wie die Integration von Pflegenden aus Drittstaaten oder die Umsetzung des Pflegeberufegesetzes.


„Wir verstehen, dass die Berufsangehörigen schnelle Ergebnisse in Form von spürbaren Verbesserungen sehen möchten“, sagt Vilsmeier. „Allerdings können Missstände, die über Jahrzehnte kultiviert wurden, nicht in wenigen Monaten beseitigt sein. Die Ergebnisse unserer Arbeit werden erst nach und nach im Berufsalltag der Pflegenden zu spüren sein.“


Pflegeberufekammer möchte Mitglieder aktiv beteiligen
Die derzeitige Kritik an der Pflichtmitgliedschaft, die auch über Demonstrationen und Petitionen ausgedrückt werde, nehme die Pflegeberufekammer ernst. „Wir sind an einem konstruktiven Austausch mit unseren Mitgliedern sehr interessiert“, betont Vilsmeier. „Hierzu organisieren wir auch regelmäßig Kammertalks und Regionaldialoge, um über unsere Arbeit zu informieren und stehen hier unseren Kritikern Rede und Antwort.“ Diese Treffen wurden eingeführt, um eine intensive Beteiligung der Mitglieder zu ermöglichen. „Nur so können wir deren Meinungen und Wünsche in Erfahrung bringen und an die Politik weitertragen.“ Auch könne jedes Krankenhaus und jede Pflegeeinrichtung in Schleswig-Holstein die Kammer zu einer Info-Veranstaltung einladen, um mit den Mitarbeitenden über Aufgaben und Ziele der Kammer ins Gespräch zu kommen.


Ansprechpartner:
Jan Voß
Referent für Öffentlichkeitsarbeit und Mitgliederkommunikation
Pflegeberufekammer Schleswig-Holstein
Telefon: 04321-85448-61
Mobil: 0159-01890958
E-Mail: voss@pflegeberufekammer-sh.de


Hintergrund zur Pflegeberufekammer Schleswig-Holstein:
Mit der Pflegeberufekammer haben Pflegefachpersonen in Schleswig-Holstein seit dem 21. April 2018 eine kraftvolle Standesvertretung. Die Pflegeberufekammer ist den etablierten Heilberufekammern (z.B. Ärztekammer, Apothekerkammer) als Körperschaft öffentlichen Rechts gleichgestellt. Sie vertritt mit 26.000 Mitgliedern die größte Berufsgruppe unter den Heilberufen. Alle Pflegefachpersonen mit einem Abschluss in der Altenpflege, Gesundheits- und Kranken- sowie Gesundheits- und Kinderkrankenpflege, die in Schleswig-Holstein arbeiten, sind Mitglieder der Kammer.
Die Pflegeberufekammer nimmt mit ihren gewählten ehrenamtlichen Vertreter*innen die beruflichen Belange der Mitglieder wahr. So können die Pflegefachpersonen erstmals selbst über die Zukunft und Weiterentwicklung des Berufsstandes in Schleswig-Holstein mitbestimmen.

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