Pressemitteilung zu steigenden Kosten in stationären Pflegeeinrichtungen

"Kammerpräsidentin zu steigenden Kosten in stationären Pflegeeinrichtungen: Die Bundesregierung muss die Pflegeversicherung in die Gegenwart holen"

Neumünster, den 23.08.2019 – Nach aktuellen Zahlen des Verbands der Ersatzkassen (vdek) müssen Bewohner*innen von stationären Altenpflegeeinrichtungen in Schleswig-Holstein im Durchschnitt über 1.600 Euro pro Monat bezahlen. Die Eigenanteile sind seit Anfang des Jahres, aufgrund höherer Personalkosten, angestiegen. Diese Steigerung der Personalkosten resultiert aus dem Pflegestärkungsgesetz, das es Einrichtungen erleichtert, ihre angestellten Pflegefachpersonen nach Tarif zu bezahlen. „Wir begrüßen es, dass die Einrichtungen immer öfter von ihrem gesetzlichen Recht Gebrauch machen, ihre Mitarbeiter*innen tarifgerecht zu bezahlen“, stellt Patricia Drube, Präsidentin der Pflegeberufekammer Schleswig-Holstein, klar: „Die Kosten aber direkt an die Bewohner*innen durchzureichen, ist nicht akzeptabel. Hier muss der Bund endlich reagieren. Die derzeitige Situation, in der die Pflegeversicherung nur einen Sockelbetrag übernimmt und die übrigen Kosten den Bewohner*innen überlässt, ist nicht zukunftsorientiert!“


Im März hat Schleswig-Holstein mit drei weiteren Bundesländern einen Antrag zur Weiterentwicklung der Rentenversicherung in den Bundesrat eingebracht. Dieser sieht vor, den Eigenanteil von Bewohner*innen an den Pflegeheimkosten zu begrenzen. „Die Bestrebungen der Landesregierung begrüßt und unterstützt die Pflegeberufekammer ausdrücklich“, betont Drube und drängt auf eine Entscheidung der Bundesregierung zu diesem Antrag.


Zusätzlich zu einer angemessenen Vergütung muss aber auch die ausreichende Anzahl gut qualifizierter Pflegefachpersonen in den Einrichtungen zur Verfügung stehen. Derzeit gehe eine Erhöhung der Löhne von Pflegenden auf Kosten einer verbesserten Personalausstattung, so Drube und stellt fest: „Angemessene Vergütung und bedarfsgerechte Personalausstattung dürfen nicht ausschließlich zu Lasten und auf Kosten der Bewohner*innen gehen. Deshalb muss die Pflegeversicherung reformiert werden.“


Ansprechpartner:
Jan Voß
Referent für Öffentlichkeitsarbeit und Mitgliederkommunikation
Telefon: 0159 - 01890958
E-Mail: voss@pflegeberufekammer-sh.de


Hintergrund:
Mit der Pflegeberufekammer haben Pflegefachpersonen in Schleswig-Holstein seit dem 21. April 2018 eine kraftvolle Standesvertretung. Die Pflegeberufekammer ist den etablierten Heilberufekammern (z.B. Ärztekammer, Apothekerkammer) als Körperschaft öffentlichen Rechts gleichgestellt. Sie vertritt mit 24.000 Mitgliedern die größte Berufsgruppe unter den Heilberufen. Alle Pflegefachpersonen mit einem Abschluss in der Altenpflege, Gesundheits- und Kranken- sowie Gesundheits- und Kinderkrankenpflege, die in Schleswig-Holstein arbeiten, sind Mitglieder der Kammer. Die Pflegeberufekammer nimmt mit ihren gewählten ehrenamtlichen Vertreter*innen die beruflichen und sozialen Belange der Mitglieder wahr. So können die Pflegefachpersonen erstmals selbst über die Zukunft und Weiterentwicklung des Berufsstandes in Schleswig-Holstein mitbestimmen.

Zurück zu allen News