Gemeinsame Pressemitteilung ÄKSH und PBKSH

Schulterschluss der beiden größten Berufsgruppen im Schleswig-Holsteinischen Gesundheitswesen

Bad Segeberg/Neumünster, 20. November 2019 – Erstmals haben die Ärztekammer (ÄKSH) und die im April 2018 neu errichtete Pflegeberufekammer Schleswig-Holstein (PBKSH) eine gemeinsame Vorstandssitzung abgehalten. „Pflegefachpersonen arbeiten mit Ärztinnen und Ärzten Hand in Hand. Wir benötigen dringend einen Schulterschluss, wenn es darum geht, fachliche Notwendigkeiten gegen wirtschaftlichen Druck zu verteidigen“, sagte Patricia Drube, Präsidentin der PBKSH, bei dem Treffen in Neumünster. Mit den Worten „Gesundheitsversorgung ist eine Teamleistung und die anstehenden Herausforderungen sind nur in Kooperation zu meistern“, begrüßte auch Dr. Henrik Herrmann, Präsident der ÄKSH, den damit aufgenommenen Dialog der beiden größten Berufsgruppen im Gesundheitswesen.


Vorurteile abbauen
„Wir haben uns lange demokratisch legitimierte und damit mandatierte Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner in der Pflege gewünscht, um wirksame Versorgungsmodelle für die Zukunft im Idealfall gemeinsam entwickeln und verbindlich verhandeln zu können. Deswegen unterstützt die Ärztekammer den Aufbau der Pflegeberufekammer ausdrücklich“, verdeutlichte Herrmann seine Haltung gegenüber der PBKSH. Gemeinsames Ziel sei es, Vorurteile und Vorbehalte abzubauen. „Je mehr wir uns auf Augenhöhe begegnen, desto größer sind die Erfolgsaussichten, Veränderungen auch herbeiführen zu können“, erklärte Dr. Sabine Reinhold, Chirurgin in Kiel und Vorstandsmitglied der ÄKSH. Aus dem Gespräch ging auch hervor, dass weitere Berufsgruppen, die in der unmittelbaren Patientenversorgung tätig sind, in die Gesprächsrunden einbezogen werden müssen.


Gemeinsam handeln
„Eine besondere Bedeutung kommt den gemeinsamen Aus-, Fort- und Weiterbildungsangeboten zu“, betonte Marco Sander, Vorstandsmitglied der PBKSH und wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität zu Lübeck, der Studiengangkoordinator des dualen Bachelorstudiengangs „Pflege“ ist. „Hier würden wir gerne zusammen mit der Ärztekammer interprofessionelle Angebote etablieren.“ Die ÄKSH hat bereits gute Erfahrung mit Fortbildungen für Praxisteams mit Ärzten und medizinischen Fachangestellten gemacht. Um die Zusammenarbeit künftig weiter auszubauen und zu verstetigen, sollen künftig einmal im Jahr eine gemeinsame Klausurtagung sowie eine gemeinsame Vorstandssitzung stattfinden.


Potenziale nutzen
Ein aktuelles Problem, dass beide Berufsgruppen gleichermaßen betrifft, sehen die beiden Vorstände in der zunehmenden Aggressivität gegenüber Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Gesundheitseinrichtungen. Entsprechende An- und Übergriffe werden immer wieder in den Medien thematisiert; zuletzt im Rahmen höherer Strafen bei Angriffen in Notaufnahmen. Gewalt gegenüber dem Krankenhauspersonal aller Berufsgruppen oder gegenüber Notärzten und Rettungssanitätern sowie Polizisten und Feuerwehrleuten muss bestraft werden. Ärzte und Pflegefachpersonen stellen allein in Schleswig-Holsteins Krankenhäusern mehr als 60 Prozent des gesamten Personals*. Eine starke Allianz besitzt großes politisches Gewicht und birgt Potenzial für die schleswig-holsteinische Versorgungslandschaft. Ein Anfang ist gemacht. *statistisches Jahrbuch Schleswig-Holstein 2018/19

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