Drube: "Pflegekammern müssen ihre Souveränität behalten"

Zur nachträglichen Anschubfinanzierung der Pflegekammer Niedersachsen und dem Verzicht auf Mitgliederbeiträge erklärt Patricia Drube, Präsidentin der Pflegeberufekammer in Schleswig-Holstein:



27.11.2019 I „Es ist die richtige Entscheidung der Landesregierung Niedersachsen, die Kosten für die Errichtung einer Pflegekammer nicht ausschließlich den Pflegenden selbst zu überlassen. Somit begrüßen wir die Entscheidung im Sinne einer nachträglichen Anschubfinanzierung ausdrücklich.



Allerdings muss dieses Geld in eine absolut selbstbestimmte Pflegekammer investiert werden, die mit allen notwendigen Freiheiten und Kompetenzen ausgestattet ist, um auf Augenhöhe mit den anderen Heillberufekammern zu agieren. Eine Pflegekammer kann langfristig nur dann eine starke und eigenständige Vertretung der Pflegefachpersonen sein, wenn sie auch Haushaltssouveränität besitzt. Das Aufgabenspektrum und der Handlungsspielraum der Kammer dürfen in keiner Weise eingeschränkt werden. Eine zeitlich befristete Anschubfinanzierung ist richtig. Eine dauerhafte staatliche Finanzierung ginge mit einer Abhängigkeit und dem Verlust der Souveränität für die Pflegekammer einher – und das geht mit einer unabhängigen Interessenvertretung nicht zusammen



Die beruflich Pflegenden brauchen eine starke Vertretung in der Politik. Ihre Expertise muss angehört, und ihre Interessen müssen berücksichtigt werden. Nur wenn alle beruflich Pflegenden auf gesetzlicher Grundlage Mitglied der Pflegekammer sind, hat diese die erforderliche Legitimität, für ihre Berufsgruppe zu sprechen. Eine starke Interessenvertretung der Pflege ist vor dem Hintergund einer immer älter und pflegebedürftiger werdenden Gesellschaft bei gleichzeitigem Fachkräftemangel in der Pflege unerlässlich.



Wir hoffen, dass die Haushaltsentscheidung des niedersächsischen Landtags dazu beiträgt, die Diskussion über die berufliche Selbstverwaltung zu befrieden und auf ein sachlich-inhaltliches Niveau zurückzuführen. Wir appellieren an alle Akteure, nun konstruktiv die Interessen der beruflich Pflegenden und der auf Pflege angewiesenen Menschen in den Fokus zu nehmen.“


Ansprechpartnerin:
Patricia Drube
Präsidentin
Pflegeberufekammer Schleswig-Holstein
Mobil:+49-151-4 222 84 83


Hintergrund zur Pflegeberufekammer Schleswig-Holstein:
Mit der Pflegeberufekammer haben Pflegefachpersonen in Schleswig-Holstein seit dem 21. April 2018 eine kraftvolle Standesvertretung. Die Pflegeberufekammer ist den etablierten Heilberufekammern (z.B. Ärztekammer, Apothekerkammer) als Körperschaft öffentlichen Rechts gleichgestellt. Sie vertritt mit 26.000 Mitgliedern die größte Berufsgruppe unter den Heilberufen. Alle Pflegefachpersonen mit einem Abschluss in der Altenpflege, Gesundheits- und Kranken- sowie Gesundheits- und Kinderkrankenpflege, die in Schleswig-Holstein arbeiten, sind Mitglieder der Kammer. Die Pflegeberufekammer nimmt mit ihren gewählten ehrenamtlichen Vertreter*innen die beruflichen Belange der Mitglieder wahr. So können die Pflegefachpersonen erstmals selbst über die Zukunft und Weiterentwicklung des Berufsstandes in Schleswig-Holstein mitbestimmen.

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