20-03-26 PM Dramatischer Mangel an Schutzkleidung

Dramatischer Mangel an Schutzausrüstung gefährdet ältere Menschen und Pflegepersonen.

 

26. März 2020 |  Während sich die Krankenhäuser auf die Aufnahme von Covid-19 Patienten vorbereiten, sind die ambulanten und stationären Einrichtungen der Langzeitpflege mit einem dramatischen Notstand konfrontiert: Es fehlt an allen Ecken und Enden an geeigneter Schutzausrüstung wie Mundschutz, Einmalhandschuhen und Desinfektionsmitteln, um sich selbst, aber auch die besonders gefährdeten älteren Menschen in der ambulanten und stationären Langzeitpflege vor einer Infektion zu schützen. „Die derzeitige Situation ist absolut paradox“, sagt Patricia Drube, Präsidentin der Pflegeberufekammer Schleswig-Holstein. „Alles bereitet sich auf die Versorgung von Intensivpatienten vor. Gleichzeitig können die Schutzmaßnahmen, die dazu beitragen, dass besonders gefährdete Menschen gar nicht erst zu Intensivpatienten werden, nicht gewährleistet werden.“

 

RKI fordert klare Schutzmaßnahmen für Langzeitpflege

Dabei werden Schutzmaßnahmen in der ambulanten und stationären Langzeitpflege zur Prävention von COVID-19-Erkrankungen vom Robert Koch-Institut (RKI) explizit gefordert. In den RKI-Empfehlungen heißt es: „Bei der Versorgung vulnerabler Patientengruppen im Rahmen einer Pandemie ist das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes durch das medizinische Personal aus Aspekten des Patientenschutzes angezeigt.“1

Dieser Schutz ist derzeit nicht gewährleistet, wie viele verzweifelte Mails und Anrufe von Pflegediensten und -einrichtungen bei der Pflegeberufekammer Schleswig-Holstein belegen. „Das zur Verfügung stehende Schutzmaterial – insbesondere Schutzmasken und Desinfektionsmittel – muss jetzt dorthin, wo die gefährdeten Patientengruppen versorgt werden“, fordert Drube. Eine zentrale Stelle beim Sozialministerium müsse sich während der Krise kontinuierlich um die Bedarfserhebung sowie die Beschaffung von Schutzausrüstung kümmern. Und diese müsse sofort an diejenigen ausgegeben werden, die sie aktuell für die Versorgung – gerade von gefährdeten Patienten und Bewohnern – benötigen. Heute müsse das Material zentral bestellt werden, das in zwei bis drei Wochen benötigt wird. Eine mittelfristige Lagerhaltung könne man sich derzeit nicht leisten. „Eine Verteilung an die Krankenhäuser und die Arztpraxen reicht nicht aus“, betont Drube. „Es kann und darf nicht sein, dass das vorhandene Schutzmaterial nicht an alle an der Gesundheitsversorgung beteiligten Institutionen bedarfsgemäß und gleichberechtigt verteilt wird.“

 

Auch das Pflegepersonal ist gefährdet

Besonders wichtig sei zudem, das Pflegepersonal zu schützen. „Im Moment sind viele Pflegende gezwungen, ihre Patienten und Bewohner mit unzureichender Schutzausrüstung zu versorgen“, kritisiert Drube. „Pflegende sind Frauen und Männer, die Kinder, Familien und Verantwortung haben. Es ist nicht akzeptabel, dass sie ohne ausreichenden Schutz arbeiten.“ Damit risikiere man eine Infektion des vorhandenen Pflegepersonals mit der Gefahr, dass die ohnehin dünne Belegschaft weiter geschwächt werde. „Wir wissen, dass dies außergewöhnliche Zeiten sind“, sagt Drube, „aber der Schutz gefährdeter Personengruppen und des pflegerischen Personals muss absolute Priorität haben“.

 

1https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/Altenpflegeheime.html

 

Die Pressemitteilung als .pdf

 

 

 

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