Pflegeberufekammer 2018 – Wir sind auf dem Weg

Seit April 2018 gibt es die Pflegeberufekammer Schleswig-Holstein. Was ist seit der Gründung passiert und was steht 2019 bevor. Ein Resümee.

Am 21.04.2018 fanden sich die 40 gewählten Vertreter*innen der Pflegeberufe in Neumünster zusammen, um eine wegweisende Sitzung abzuhalten nach der eine neue Epoche für die beruflich Pflegenden in Schleswig-Holstein begann: Die Pflegeberufekammer ist gestartet. Am Ende der Sitzung war ein siebenköpfiger Vorstand gewählt mit Patricia Drube als Präsidentin und Frank Vilsmeier als Vizepräsident.

Direkt im Anschluss begann eine intensive Zeit für die ehrenamtlich tätigen Vorstandsmitglieder. Die Geschäftsstelle musste ausgebaut werden, während zeitgleich wichtige Termine anstanden. Denn nicht nur die Pflegenden selbst, sondern auch Vertreter*innen aus Politik und Gesellschaft hatten lange auf eine Selbstverwaltung der beruflich Pflegenden gewartet. So standen 2018 neben 10 Vorstandssitzungen, wöchentlichen Telefonkonferenzen und vielen Organisations- und Planungstreffen mehr als 60 Termine, Diskussionen und Informationsveranstaltungen für die Vorstandsmitglieder an. Auch aus den Reihen der Kammerversammlung gab es ein großes Engagement. Neben den vier Kammerversammlungen kamen die Mitglieder zu themenspezifischen Arbeitsgruppen  zusammen und vertraten die Kammer bei Veranstaltungen, wie dem „Wohn-Pflege-Tag“ in Neumünster.

Rückblick auf 2018: Kammer kommt an

Die Pflegeberufekammer Schleswig-Holstein wurde in entscheidenden Gremien als vollwertiges Mitglied eingesetzt und kann erstmalig umfassend den Pflegeberuf und die Anliegen ihrer Mitglieder für eine gute Pflege in Schleswig-Holstein vertreten. In dem Beirat des Medizinischen Dienstes der Krankenversicherung Nord, der Konzertierten Aktion Pflege des Bundesministeriums für Gesundheit, dem Landesgremium zur Entwicklung medizinischer Versorgungsstrukturen oder dem Landespflegeausschuss wurden Delegierte dafür bestimmt. Mit der Pflegeberufekammer gibt es erstmals eine offizielle Ansprechpartnerin, die alle Angelegenheiten des Pflegeberufes mit einer Stimme vertreten kann. Eine bisher nicht gekannte Ansprache von der Politik, der Presse und den Interessensvertretungen im Gesundheitswesen hat stattgefunden. Bisher wussten sie nicht, wen sie stellvertretend für den Pflegeberuf ansprechen sollten. In vielen Gesprächen konnten die Vertreter*innen aus der Pflege die Bedingungen darstellen, die Anforderungen für eine gute Pflege sind. Darüber hinaus positionierte sich die Pflegeberufekammer eigenständig zu aktuellen Themen, die die beruflich Pflegenden betreffen. Seien es die Planungen zum Physician Assistant, den Pflegepersonaluntergrenzen oder die Etablierung von Studiengängen in Schleswig-Holstein.

Die Kammer ist bei weitem mehr als eine weitere Interessenvertretung der Pflegeberufe in Schleswig-Holstein. Aufgrund ihrer Rechtsform als Körperschaft des öffentlichen Rechts wurden ihr vom Staat hoheitliche Aufgaben übertragen. Dazu zählt unter anderem die eigenständige Erarbeitung einer Berufsordnung und spezieller Ordnungen, um unter anderem die Fort- und Weiterbildungen zu vereinheitlichen und zu regulieren. Um die vielfältige Expertise und Erfahrungen der Kammermitglieder in diesen Prozess einzubinden, wurden am Ende des Jahres die Ausschüsse für Bildung und für Berufsfeldentwicklung gewählt. Diese setzen sich nicht nur aus Mitgliedern des Vorstandes und der Kammerversammlung zusammen, sondern – bisher einzigartig unter den Pflegekammern – auch aus regulären Kammermitgliedern. Die Ausschüsse nehmen Anfang 2019 ihre Arbeit auf.

Ausblick auf 2019: Ausschussarbeit, Kammerbeitrag und Veranstaltungen

Ebenso spannend und ereignisreich wie 2018 endet, wird das kommende Jahr 2019. Nicht nur die Ausschüsse beginnen mit ihrer umfangreichen Arbeit. Die Kammer erlangt durch die erstmalige Erhebung von Mitgliedsbeiträgen auch finanzielle Unabhängigkeit. Denn nur durch die Beiträge ihrer Mitglieder ist die eigenständige, weisungsfreie und selbstverantwortliche Standesvertretung aller Pflegefachpersonen garantiert.

Die Pflegeberufekammer vertritt auch im nächsten Jahr sichtbar die Position der beruflich Pflegenden mit Pressemitteilungen und der aktiven Mitarbeit in politischen und gesellschaftlichen Gremien und Veranstaltungen. Um dem Anspruch einer „Mitmachkammer“ gerecht zu werden, setzt die Kammer 2019 auf verschiedene Veranstaltungsformate zur Beteiligung der Mitglieder. Gesprächsabende, sogenannte „Kammer-Talks“, bieten den Mitgliedern die Möglichkeit, offen über Probleme und Anliegen ihres Arbeitsalltages zu sprechen und sich kompakt über die Kammer(-arbeit) zu informieren. Auf Regionalkonferenzen werden die Entwicklungen der Berufsordnung oder Fort- und Weiterbildungssatzungen vorgestellt und besprochen. Auch setzt die Kammer eigene Schwerpunkte. Dafür werden Fachgespräche mit Politiker*innen, Interessensvertretungen und gesellschaftlichen Entscheider*innen organisiert, um wichtige Themen der Pflege und Berufsausübung in den Vordergrund der Diskussion zu rücken.

Um den stetig neuen Herausforderungen und Aufgaben gewachsen zu sein, werden im Jahr 2019 zusätzliche Mitarbeiter*innen die Geschäftsstelle der Pflegeberufekammer Schleswig-Holstein in verschiedenen Arbeitsbereichen verstärken. Der Schwerpunkt liegt dabei besonders auf der pflegefachlichen und wissenschaftlichen Unterstützung der Ausschüsse sowie der Mitgliederbetreuung und –Verwaltung. Sie befähigen die Pflegeberufekammer, den vielfältigen Anliegen und Fragen der Mitglieder gerecht werden zu können. Die inhaltliche Arbeit der Ausschüsse und Gremien wird zwar von den ehrenamtlichen Mitgliedern geleistet, die gesamte organisatorische und fachliche Vor- und Nachbereitung übernehmen nunmehr Mitarbeiter*innen der Geschäftsstelle. Damit erhält die berufliche Pflege in Schleswig-Holstein erstmals ein geordnetes Gedächtnis. Das gesammelte Wissen und die vielen Erfahrungen in der beruflichen Gremienarbeit werden in der Geschäftsstelle gesammelt. Alle kommenden Generationen beruflich Pflegender können darauf zurückgreifen und für die langfristige Verbesserung der Arbeitsbedingungen nutzen.

Die übergreifende Zusammenarbeit der Pflege(berufe)kammern in Deutschland zeigt sich auf dem Deutschen Pflegetag vom 14. Bis 16. März. Dort präsentieren sich die drei Kammern an einem gemeinsamen Stand. Sie sind eng vernetzt und arbeiten auf verschiedenen Ebenen zusammen. Sei es in den Arbeitsgruppen der Konzertierten Aktion Pflege in Berlin oder im Erfahrungsaustausch der Geschäftsstellen und Ausschüsse. Abschließend sei auf das Highlight des Jahres am 20. Juni in Neumünster verwiesen: der Landespflegekongress, deren Mitveranstalterin die Pflegeberufekammer 2019 ist.

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