4. Kammerversammlung - Inhalte stehen im Zentrum

Von Ausbildungsreformen bis Anerkennungsverfahren. Auf der 4. Kammerversammlung standen fachliche Diskussionen im Mittelpunkt.

Umsetzung der Ausbildungsreform, Bundespflegekammer oder Anerkennungsverfahren. Nur einige der Themen, die die 40 Kammerversammlungsmitglieder am 23. November während der sechsstündigen Kammerversammlung ausführlich und intensiv diskutierten. Zu Beginn gab der Vorstand einen Überblick über die Arbeit und Treffen. Eingangs berichtete Frank Vilsmeier, Vizepräsident der Pflegeberufekammer, von der mündlichen Anhörung des Sozialausschusses in Kiel zum Thema Schuldgeldfreiheit in den Heilberufen. Weiterhin fasste Patricia Drube, Präsidentin der Kammer, die Ergebnisse des ersten Fachgespräches der Pflegeberufekammer zum Thema „Mundgesundheit in der Pflege“ zusammen: "Hier müssen Pflegefachkräfte und Zahnärzt*innen Hand in Hand arbeiten und ich freue mich, dass dieser erste Schritt getan ist!"

Dem Ruf als „Mitmachkammer“ gerecht werden

Im Anschluss erläuterte Sandra Füllenbach, Geschäftsführerin der Pflegeberufekammer, den Haushalts- und Stellenplan für das kommende Jahr. Dieser sieht unter anderem eine Aufstockung des Bereichs Mitgliederbetreuung vor, um unter anderem den anstehenden Prozess der Beitragsbescheidung zu bewältigen. Im Zuge des Berichts wurde auch das Konzeptpapier „Veranstaltungen“ der AG Öffentlichkeitsarbeit beraten und einstimmig beschlossen. Dieses sieht vor, im Laufe des nächsten Jahres weitere Fachgespräche zu aktuellen Themen durchzuführen und in Gesprächsabenden, sogenannten „Kammer-Talks“, im ganzen Land direkt zu den Mitgliedern zu gehen. Ziel der Veranstaltungen: Nicht von oben herab referieren sondern mit den Mitgliedern ins Gespräch kommen!

Kammer aktiv in Gremien

Bevor die anwesenden Kammermitglieder ihre Fragen und Anliegen einbrachten, stand die Beitragssatzung der Kammer auf der Tagesordnung. Die Kammermitglieder berieten diese ausführlich und verschoben den Beschluss auf die nächste Sitzung, um letzte Anpassungen vorzunehmen. Erste Informationen zum Mitgliedsbeitrag finden Sie hier.

Im weiteren Verlauf der Sitzung berichtete Prof. Anke Fesenfeld, Vorstandsmitglied, von ihrer Arbeit in der Arbeitsgruppe 1 „Ausbildung und Qualifizierung“ der Konzertierten Aktion Pflege (KAP) des Bundesministeriums für Gesundheit. Anschließend stellte Frank Vilsmeier ein Konzeptpapier aller drei Pflegekammern vor, das in die Arbeitsgruppe 2 „Personalmanagement, Arbeitsschutz und Gesundheitsförderung“ der KAP eingebracht wurde. Im Anschluss gab Patricia Drube einen Einblick in die Arbeit des Landespflegeausschusses. Auf dessen letzter Sitzung wurde intensiv über das Thema „familiale Pflege“ und Unterstützungsmöglichkeiten von pflegenden Angehörigen durch Pflegefachpersonen diskutiert. Die Kammerversammlung sprach sich einstimmig für die verpflichtende Weiterqualifikation der anleitenden Pflegefachpersonen aus.

Berufspolitische Fragestellungen werden intensiv diskutiert – Arbeitsgruppen für konkrete Maßnahmen

Der letzte inhaltliche Tagesordnungspunkt mit fünf thematischen Unterpunkten, unter anderem Anforderungen an Schulen und Träger praktischer Ausbildungen, barg noch einmal großes Diskussionspotential. Um die intensiven und lebhaften Debatten der Versammlung zu bündeln, wurde abschließend die Bildung von mehreren Arbeitsgrupppen beschlossen. In diesen werden die vielfältigen Erfahrungen und Kenntnisstände der Kammerversammlungsmitglieder gebündelt und zu einem konsensfähigen Ergebnis geführt.

Als erstes Thema wurde über die Anerkennung von Abschlüssen und Eingliederung ausländischer Pflegefachpersonen in den deutschen Arbeitsmarkt diskutiert. Deutlich wurde, dass es unterschiedliche Positionen zu diesem Thema gibt. Um der Bedeutung dieses Themas gerecht zu werden, wird zur nächsten Sitzung eine Beschlussvorlage erarbeitet. In dieser werden die Aufgaben und Rahmenbedingungen einer Arbeitsgruppe zu diesem Thema dargelegt. Nachfolgend wurde eine Anfrage des Ministeriums für Soziales behandelt. Dieses ist an die Pflegeberufekammer als Expert*innengremium herangetreten mit der Bitte, Maßnahmen zu erarbeiten, die wieder mehr Pflegefachpersonen zur Rückkehr in den Beruf bewegen soll. Deshalb wurde die Arbeitsgruppe „Wiedereinstieg“ gegründet, um dieses komplexe und vielschichtige Thema ausreichend bearbeiten zu können.

Wie den Pflegeberuf attraktiver gestalten und die Anerkennung in der Gesellschaft fördern? Eine Auszeichnung für den oder die Landesbeste*n? Wonach jedoch beurteilen – Abschlussnote oder ein Projekt? Diese Fragen stellen sich nicht nur die Pflegenden selbst, sondern auch die Mitarbeiter*innen des Ministeriums für Soziales. Und da niemand besser entscheiden kann, welche Würdigung inner- und außerhalb der Pflegebranche gut ankommt, wurde eine Arbeitsgruppe zu diesem Thema ins Leben gerufen. Deren Mitglieder sollen bis Mitte nächsten Jahres mit dem Ministerium ein Konzept abstimmen. Möge die beste Idee gewinnen!

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