1. Fachgespräch "Mundgesundheit" - Zusammenfassung

Kammer setzt mit Fachgespräch "Mundgesundheit" erfolgreich eigene Akzente. Es fehlt nicht in erster Linie an Wissen, sondern an Zeit – und das bei allen beteiligten Professionen.

Um die Mundgesundheit, insbesondere pflegebedürftiger Menschen, ist es in Schleswig-Holstein nicht gut bestellt. Bei den Pflegefachpersonen fehlt nicht das Wissen, sondern die Zeit für die Pflege.  Um auf diese Problematik aufmerksam zu machen, veranstaltete die Pflegeberufekammer am 12. November ihr erstes Fachgespräch zu diesem brisanten Thema. "Wir freuen uns sehr über die positive Resonanz unseres ersten Fachgesprächs", sagte Patricia Drube, Präsidentin der Pflegeberufekammer Schleswig-Holstein. "Die Diskussion hat gezeigt, dass das Thema Mundgesundheit in der Pflege von großer Bedeutung ist, und dies auch in Zukunft breiter diskutiert und angegangen werden muss!" Die Pflegeberufekammer vereinbarte zum Abschluss mit der Zahnärztekammer eine kompakte Fortbildungseinheit zu erarbeiten, um Pflegende für Mundhygiene zu sensibilisieren und das Wissen aufzufrischen. "Hier müssen Pflegefachkräfte und Zahnärzt*innen Hand in Hand arbeiten und dieser erste Schritt ist getan!", freute sich Patricia Drube. Weiterhin unterstützten alle Teilnehmenden die Forderung einer durch die Krankenkassen finanzierten Prävention für Senior*innen ähnlich der Prävention bei Jugendlichen. Analog zur Fortbildungseinheit von Pflegefachpersonen einigte man sich darauf, das Fortbildungsangebot für Zahnärzt*innen im Umgang mit psychiatrisch erkrankten oder verhaltensauffälligen Personen zu erweitern.

Um für die Problematik der Mundhygiene in der Pflege zu sensibilisieren, hatte die Pflegeberufekammer am 12. November zu ihrem ersten Fachgespräch geladen. Neben Vertreter*innen der Zahnärztekammer Schleswig-Holstein kamen auch Vertreter*innen von Politik, sozialen Akteur*innen und Einrichtungen. Nach einem kurzen Input von Patricia Drube diskutierten die Teilnehmer*innen zwei Stunden lang intensiv.

Hintergrund ist der starke Wandel des Klientels der stationären und ambulanten Pflege in den letzten Jahrzehnten. Heute haben die meisten Personen eigene Zähne oder Implantate, die individuell gepflegt werden müssen. Zugleich haben diese Personen seit dem 1. Juli 2018 Anspruch auf zahnmedizische Prophylaxe. Dies führt zu einer zeitlichen Mehrbelastung nicht nur der Pflegenden, sondern auch vieler Zahnärzt*innen. Diese finden nicht mehr die Zeit neben der Behandlung akuter Probleme auch entsprechende Prophylaxe-Maßnahmen durchzuführen.

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